Technikhaus EnergiePLUS

  • Das Technikhaus vor der Sanierung

    Das Technikhaus vor der Sanierung

  • Das Technikhaus nach der Sanierung

    Das Technikhaus nach der Sanierung

  • Mehrere Sichtfenster ermöglichen Einblicke in die Bausubtanz und auf gewerkeübergreifende Schnittstellen I

    Mehrere Sichtfenster ermöglichen Einblicke in die Bausubtanz und auf gewerkeübergreifende Schnittstellen I

  • Mehrere Sichtfenster ermöglichen Einblicke in die Bausubtanz und auf gewerkeübergreifende Schnittstellen II

    Mehrere Sichtfenster ermöglichen Einblicke in die Bausubtanz und auf gewerkeübergreifende Schnittstellen II

  • Kindergartenkinder experimentieren mit ihren gebastelten Solarhäusern

    Kindergartenkinder experimentieren mit ihren gebastelten Solarhäusern

Das Bildungsprojekt Technikhaus EnergiePLUS

Das Bildungsprojekt „Gewerkespezifische und gewerkeübergreifende Berufsbildung und handwerkliche Sanierung eines Haumeisterhauses zu einem Lernort für regenerative Energien und Nachhaltigkeit – Technikhaus EnergiePLUS“ hatte während der Projektlaufzeit von März 2010 bis Oktober 2013 zum Ziel, das ehemalige Hausmeisterhaus der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen als Gesamtsystem nach dem neuesten Stand der Technik energetisch zu sanieren und zu einem energieautarken Ausbildungs-, Schulungs- und Weiterbildungszentrum für die Bereiche Bauen - Wohnen – Energie umzugestalten. Sichtbar und erfahrbar sind auch nach der Fertigstellung die während der praktischen Ausführungsphase wichtigen und sensiblen Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken geblieben.

Durch die Umsetzung des Bildungsprojektes ist ein Bildungshaus für regenerative Energien und Nachhaltigkeit entstanden, welches auch in der Jahresbilanz energieautark betrieben wird. Das Bildungshaus wird bewusst als Technikhaus EnergiePLUS Haus bezeichnet, weil modulare und innovative Sanierungstechniken mit didaktischen Überlegungen zu einem sich selbst weiterentwickelbaren Bildungshaus führen.

Im Zentrum der Konzeptplanung stand die Leitfrage: „Wie kann die berufliche Bildung im Jahr 2020 aussehen?“ Nachweislich sinnvolle Techniksysteme sind in der Konzeptphase integrativ mit didaktischen Forderungen geplant worden.

So konnte erreicht werden, dass durch den Lernträger „Haus“ die heute sichtbaren Probleme bei der vorbildlichen Sanierung von bestehenden Gebäuden exemplarisch erlebbar, durchschaubar und damit vielseitig erlernbar werden. Über die berufliche Erstausbildung hinaus können alle notwendigen und sensiblen Fragen zur energetischen Sanierung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, z.B. von der Nutzung durch Kindergartenexkursionen bis hin zu VHS-Kursen. Die enge Kooperation mit Herstellerfirmen und regionalen Handwerkern ermöglicht die Erprobung und Etablierung von hocheffizienten Sanierungsstandards in der Region sowie auch die Beschleunigung der Markteinführung von energiesparenden Technologien, beispielsweise die Verwendung von Sägespäne als Dämmstoffmaterial.

Es sind nach der Sanierung verschiedene Systeme vergleichbar, was bei einer normalen Sanierung nicht möglich wäre, weil die Wahl meist auf ein einheitliches System fällt. So kommen drei Lüftungssysteme, sieben Wanddämmsysteme, fünf Sonnenkollektorsysteme, zwei Wärmespeichersysteme, zwei Elektroinstallationssysteme und zwei Dacheindeckungssysteme zum Einsatz. Die Idee des sich „selbst weiterentwickelnden Bildungshauses“ wird durch möglichst flexible technische Schnittstellen realisiert.

Zwei erfahrene Ingenieurbüros für Architektur und Energieberatung sowie Energieeffizienz aus der Region führten in Zusammenarbeit mit Lehrkräften und regional engagierten Handwerksbetrieben und Herstellerfirmen die Projektumsetzung durch. Nahezu alle handwerklichen Kooperationspartner bilden in ihrem Gewerk aus, sodass durch die Einrichtung einer partiellen Lehrbaustelle sich die Auszubildenden bereits beim kontrollierten Rückbau der Haustechnik mit wichtigen gewerkeübergreifenden Schnittstellen, wie z.B. dem sensiblen Umgang mit vorhandenen Glasfaserleitungen oder mit kontaminierter Glaswolle auseinander setzen mussten. Die Auszubildenden erlangten somit von Beginn an authentische Erfahrungen und die notwendige Sensibilität für die o.g. Schnittstellen durch ihren Einsatz an der realen Lehrbaustelle. Darüber hinaus sind durch die frühe Einbindung regionaler Handwerksbetriebe viele Sanierungsideen mit didaktischen Überlegungen verknüpft worden. Ein hoher Identifikationsgrad des regionalen Handwerks ist auf diese Weise mit dem Bildungsprojekt erreicht worden.

Die didaktischen Ideen, die in der Konzeptphase durch das Lehrerteam eingeflossen sind, wurden in einem ersten Schritt auf die beiden Berufe Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik bezogen für den Unterricht ausgearbeitet. Die Ausbildungsberufe der anderen Gewerke (z.B. Dachdecker u. Maurer) sind an drei in der Region ansässigen Berufsschulen etabliert. Die bereits vorhandenen Kooperationen mit diesen drei beruflichen Schulen werden durch die Umsetzung des Bildungsprojektes intensiviert und gefestigt.

Es ist für die genannten beruflichen Schulen, wie auch für alle in der Region ansässigen Bildungseinrichtungen ein Lernort für regenerative Energien und Nachhaltigkeit der besonderen Art entstanden, an dem Multiplikatoren ausgebildet werden, die zur weiteren Verbreitung und Etablierung des gesamten Bildungskonzeptes über die Region hinaus positiv beitragen. So findet jährlich im Technikhaus EnergiePLUS für Kindergarten- und Grundschulkinder eine Energierallye für Kids statt, bei der auf spielerische Art und Weise die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit kindgerecht erfahrbar werden können. Termine für die Buchung einer Energierallye oder für Besichtigungen können per E-Mail unter sekretariat@radko-stoeckl-schule.de angefragt werden.

Die Umsetzung des Bildungsprojektes in Höhe von € 680.000,- wurde aus Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Schwalm-Eder-Kreises sowie des Schulfördervereins finanziert. Zur finanziellen Abwicklung des Projektes hat die Schule vom Schulträger eine projektbezogene Teilrechtsfähigkeit übertragen bekommen.

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